Die Corona Pandemie

April 2020

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Die Fachgruppe möchte alle motivieren, weiter zu impfen und MKP-Untersuchungen durchzuführen, aber auch als kompetente Primärversorger/innen für die Altersgruppe 0 - 18 Jahre die Türen auch für Kranke offenzuhalten. ÖGKJ und die Fachgruppe werden sich darum bemühen, dass dies nicht unbemerkt bleibt.

Veranstaltungen

Bis auf weiteres sind alle Veranstaltungen der Fachgruppe abgesagt

Stellungnahme der ÖGKJ - „Ihr Kinderarzt ist für Sie da"

Die Coronakrise hat viele Bereiche des täglichen Lebens völlig unerwartet getroffen und teilweise massive Beeinträchtigungen herbeigeführt. Im Rahmen des „Lockdowns" wurde auch die medizinische Versorgung von Kindern und Jugendlichen auf ein Minimum reduziert und weitgehend auf „Notfälle" beschränkt. Wichtige Vorsorgemaßnahmen wie Mutterkindpass-Untersuchungen und Schutzimpfungen wurden ausgesetzt bzw. „auf später" verschoben.

Erste Berichte lassen erkennen, dass dies bedenkliche Folgen haben kann, nämlich
• Verspätete Diagnose und Behandlung von Entwicklungsstörungen
• Verspätete Diagnose und Behandlung (auch) schwerer Erkrankungen
• Fehlender bzw. verspäteter Impfschutz
• Dadurch Gefährdung durch Infektionskrankheiten
• Verlust des Gemeinschaftsschutzes (früher als Herdenschutz bezeichnet)

Erste wissenschaftliche Publikationen, aber auch erste Beobachtungen aus Österreich zeigen, dass verspätete Arztvorstellungen von Kindern mitunter auch fatale Folgen haben können. Berichte aus Italien berichten wird u. a. über Todesfälle durch Diabetes mellitus, Leukämie und Krampfanfälle berichtet.
Österreichs Kinder- und JugendärztInnen erachten es daher als dringend notwendig, ihren Patientinnen und Patienten sowohl für Akuterkrankungen als auch Vorsorgemaßnahmen wieder uneingeschränkt zur Verfügung zu stehen. Die nach wie vor reale Gefahr von „Coronavirus-Iinfektionen" stellt dabei eine Herausforderung dar. Diese sollte aber durch entsprechende organisatorische und Hygienemaßnahmen (die in kKinderärztlichen Ordinationen auch außerhalb von „Corona" ohnehin großteils beachtet werden) minimierbar sein.

Zu diesen Maßnahmen zählen:
• Telefonische Ankündigung bzw. Terminvereinbarungen durch die Eltern
• Getrennte Ordinationszeiten für Gesunde
• Einhaltung strenger Hygiene im Ordinations- und Wartebereich
• Weitestgehende Kontaktvermeidung
• Absonderung bei Infektionszeichen / Fieber

Die (soweit möglich) Wiederaufnahme des „Normalbetriebes" in kinderärztlichen Praxen soll gewährleisten, dass Vorsorgeuntersuchungen fristgerecht durchgeführt werden, Erkrankungen rechtzeitig diagnostiziert und behandelt werden, Langzeitschäden dadurch vermieden werden, und der wichtige Impfschutz möglichst bald komplettiert wird

Impfhonorare Wien

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien hat angekündigt, aufgrund der Coronasituation die Impfungshonorare nur verzögert bearbeiten zu können. Eine aktuelle Urgenz hat ergeben:

• Die Dezember 2019-Honorarabrechnungen sind zum QB Finanz der MA 15 weitergeleitet worden, und werden demnächst ausbezahlt.

• Die Impfgutscheine von Jänner 2020 sind noch in Arbeit.


Mutter Kind Pass Honorare

Aufgrund mehrerer Rückfragen zur Fristverlängerung für die Honorierung von situationsbedingt „verspäteten" Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen darf die Fachgruppe mitteilen, dass dies seit der ersten diesbezüglichen Verlautbarung bei der Ärztekammer für Wien eingebracht wurde und dass mittlerweile Verhandlungen zwischen der ÖÄK und ÖGK auf Anregung der Fachgruppe mit Unterstützung durch die ÖGKJ im Gange sind.

 

Die Corona-Krise birgt für die niedergelassene Kinder- und Jugendfachärztinnen und-ärzte sowohl Chancen als auch Gefahren.Ein Pausieren von Impfungen und Vorsorgeuntersuchungen kann neben dem Anstieg impfpräventabler Krankheiten sowie zahlreichen versäumten Förder- bzw. Interventionsmöglichkeiten zur verstärkten politischen Fehlwahrnehmung führen, dass die Arbeit ohnehin entbehrlich ist!