Arbeitsgruppe „Flüchtlingskinder“ der Politischen Kindermedizin

Sept. 2014

Zurück zur Übersicht

Liebe Kolleginnen und Kollegen

Die meisten der Kinder, die als Flüchtlinge zu uns kommen, sind durch schwere traumatische Erlebnissen belastet und haben vielerlei gesundheitliche und psychische Probleme. Sie bedürfen einer angemessenen medizinischen und sozialen Versorgung. In dieser Situation sehen wir es als unsere Verantwortung, uns umfassend um diese Kinder zu kümmern, entsprechend dem Gesundheitsbegriff der WHO und den Kinderrechten, die in unserer Verfassung verankert sind.
Auch wenn die meisten der betroffenen Kinder in der „Grundversorgung" medizinische Angebote in Anspruch nehmen können, behindern Sprach- und Koordinationsprobleme häufig deren Durchführung. Daneben gibt es auch eine große Zahl von Kindern außerhalb der Grundversorgung, die gewissermaßen „unsichtbar" bei uns leben und abgesehen von Notfällen keinerlei Betreuung erhalten. Die Erfassung dieser Kinder ist vorrangig Aufgabe der Politik. Wir als KinderärztInnen sind grundsätzlich bereit, alle Kinder angemessen medizinisch zu versorgen. Darüber hinaus möchten wir einen Vorschlag zur Verbesserung der Organisation dieser Versorgung machen. Unser Anliegen ist es, durch gute Koordination und Einbindung aller Helfer die mitunter sehr aufwändige Betreuung besser zu strukturieren und Arbeitsabläufe übersichtlicher und einfacher zu gestalten.


Wir haben in Anlehnung an die Empfehlung von Standards für die „Medizinischen Maßnahmen bei immigrierenden Kindern und Jugendlichen" (publiziert in der Monatsschrift für Kinderheilkunde 1/14) einen Arbeitsbehelf (kurz „Mappe" genannt) entwickelt, welcher Hinweise auf relevante Informationen (wie z.B. MKP, Impfpass, Orientierung im Gesundheitssystem, soziale Rahmenbedingungen u.a.) enthält. Die derzeitige Fassung der Mappe ist eine vorläufige, für die wir Kritik und Anregungen zur inhaltlichen und digitalen Verbesserung gerne annehmen. Als Arbeitsbehelf kann sie bereits jetzt heruntergeladen werden. Unser nächstes Ziel ist es, diesen Arbeitsbehelf als Grundlage für ein einheitliches Angebot der medizinischen Versorgung durch die Fachgruppen und unsere Vertretung im Gesundheitssystem zu verankern und die Bereitstellung der für Information und Durchführung benötigten Ressourcen zu erreichen.


für die Arbeitsgruppe „Flüchtlingskinder" der Politischen Kindermedizin
PD Dr. Nicole Grois
nicole.grois@chello.at